Wie geht gute Ernährung?
Shownotes
Proteinreich essen, dazu ausreichend Gemüse und Obst, wenig Zucker und wenig Fleisch. Wenn ich weniger Kalorien zu mir nehme, als ich verbrauche, nehme ich ab. Wenn ich mehr zu mir nehme, als ich verbrauche, nehme ich zu. Und Fasten tut der Darmgesundheit gut.
Soweit die gemeinhin vermutlich bekannten Überzeugungen zum Thema Ernährung.
Jeder tut es, mehr oder weniger bewusst. Manche sprechen darüber besonders laut, andere möchten am liebsten nicht dabei gesehen werden. Ernährung ist eines der grossen Themen der Gesellschaft.
Dabei breitet sich das Thema zwischen Foodfluencern auf Social Media und der Frage, ob gesunde Ernährung abhängig vom sozialen Status des Konsumenten ist, aus. Die Ernährung eines oder eben vieler Menschen ist ethisch, politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich relevant.
Deshalb müssen wir über unser Essverhalten reden. In dieser neuen Staffel von I feel you zum Thema Ernährung. Mit den Gäst*innen Alexandra Krahl, Ralph Kunz, Harald Lemke und Jana Orb.
Transkript anzeigen
00:00:09: Hallo ihr Lieben.
00:00:21: Herzlich willkommen bei I Feel You, dem Psychologie-Podcast des RefLab!
00:00:28: Mein Name ist Jana Horstmann Ich bin Theologin und Pfarrerin Und ich esse unglaublich gerne.
00:00:37: Und weil ich so gerne esse, dachte ich mir.
00:00:40: Ich müsste mich vielleicht auch mal etwas mehr mit dem Thema Ernährung beschäftigen.
00:00:46: Denn... ...ich esse zwar gerne aber ich habe festgestellt bis auf die allgemeinen bekannten Weisheiten zu Obst und Gemüse oder das Fischreich an Omega-III-Fettsäuren ist und ich glaube das sind die Guten.
00:01:02: Aber ich festgestellt, ich weiß gar nicht viel über Ernährung.
00:01:08: Zum Glück, für mich und für euch habe ich einen Podcast in dem ich mit Menschen reden kann die sich auskennen über große Themen und große Gefühle und in dieser Staffel I Feel You über das Thema Ernährungen – I feel you!
00:01:24: Für ein bisschen mehr Verständnis für uns selbst und füreinander weil das Leben schon kompliziert genug ist.
00:01:36: Was hast du gestern zum Mittag gegessen?
00:01:39: Das ist eine von diesen Fragen, die man Menschen gerne stellt, die einen Schluck auf haben.
00:01:45: Eigentlich damit die Menschen sich auf diese Frage konzentrieren und dadurch regelmäßiger atmen – und bestenfalls der Schluck auch aufhört!
00:01:55: Zumindest die allgemeine These dazu.
00:01:59: Immer wenn ich diese Frage menschen stelle merke ich dass sie meistens gar nicht mehr so genau wissen was Sie eigentlich gestern gegessen haben oder zumindest ziemlich lange darüber nachdenken müssen.
00:02:14: Essen ist etwas, das irgendwie so passiert und für viele Menschen auch nebenbei.
00:02:21: Wir essen um genug Energie für den Tag zu haben.
00:02:24: wir essen um gesund zu bleiben.
00:02:26: wir essen weil wir Zeit mit Menschen verbringen wollen die wir gerne haben zum Beispiel bei einem Mittagsdate.
00:02:32: manchmal ist das was dann viel weniger wichtig als dass wie oder mit wem und wann.
00:02:40: Die permanente Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und Essen ist für mich persönlich selbstverständlich geworden.
00:02:48: Ich lebe in Zürich, ich muss mir gar keine Gedanken über das Was machen weil fast alles für mich schnell verfügbar ist!
00:02:56: Ich kann fast immer fast alles essen.
00:03:01: vielleicht auch aus diesem Überfluss heraus ist die persönliche Ernährungsform dann mittlerweile auch zu einem Politikum geworden dass bei vielen gemeinsam zu sich genommenen Mahlzeiten thematisiert wird.
00:03:14: Vegan, vegetarisch, peskitarisch – wenn alles verfügbar ist, ist es auch eine Form von Identitätsstiftung, sich freiwillig zu beschränken.
00:03:26: Seit wann lebst du eigentlich vegan?
00:03:28: Oder wann hast Du das letzte Mal Fleisch gegessen?
00:03:31: Gibt es Supermärkte die nur glutenfreie Produkte anbieten?
00:03:35: und was ist nochmal eine Carnivore-Diet?
00:03:39: Ernährung ist ein Lifestyle-Produkt geworden, das ich mir je nach Gesinnung an aber auch wieder ausziehen kann.
00:03:47: Ich bin einen Teilzeitfrutarier Sonntagslebig carnivor vegan nur mittwochs und an Monaten die auf Ember enden quasi eine Degustationsidentität.
00:03:59: außer ich bin Lutein unverträglich dann sollte ich da vielleicht doch schon konsequenter darauf achten.
00:04:07: ihr merkt an meinem Sarkasmus Ich habe gemischte Geschmäcker, was Ernährungsformen betrifft.
00:04:13: Einige stoßen mir etwas bitter auf.
00:04:16: Bei anderen hab ich das Gefühl, ich werde zum Wiederkäuer.
00:04:21: Bevor ich mich jetzt aber in schlechten Ernährungsswortspielen verliere, erzähle ich euch welche Früchte ... äh, ich meine natürlich welche Fragen... ich meinen Gästen in dieser Staffel zum Thema Ernährungen gestellt habe.
00:04:36: Apropos Gäste Eingeladen habe ich mir für dieses Thema die Ernährungsberaterin und Health Coach Jana Orb, den Theologen und Professor, den Teologieprofessor Ralf Kunz.
00:04:52: Die Ayurveda-Lehrerin Alexandra Kralt und den Gastrophilosophen Harald Lemke.
00:05:04: Die erste Frage, die ich meinen Gästen in dieser Staffel von I Feel You gestellt habe lautet Was ist dein Leibgericht?
00:05:13: Passenderweise.
00:05:15: Leibgericht, was für ein schönes altes Wort?
00:05:19: Das Gericht das mein Leib am liebsten mag, dass meinen Leib an besten nähert und umsorgt.
00:05:25: Mein Leib gerichten!
00:05:27: Leibgerechte sind selten, was sie sind einfach nur weil sie gut schmecken.
00:05:32: An einem Leib Gericht hängen Erinnerungen und Gefühle.
00:05:36: Ich kann mir die Situationen vorstellen in denen ich mein Leipgericht gegessen habe.
00:05:42: Vielleicht nicht jede, aber bestimmt einige kommen mir in den Sinn.
00:05:47: Ein Leibgericht fühlt sich an wie Heimat im Bauch.
00:05:51: Meine persönliche Heimat am Bauch ist das Wiener Schnitzel – ein echtes, also ein Kalbsschnitzel und so paniert dass die Panade sich über dem Fleisch aufbläht dünn luftig zart und weich mit einem frischen Zitronen-Schnitt den man zerdrückt und mit Zitronensaft beträufelt.
00:06:13: dazu ein paar Preisebären, die der Säure eine Süße entgegensetzen.
00:06:19: Ihr merkt schnell ich gerade ins kulinarische Schwärmen auch wenn das Wienerschnitzel vielleicht nicht die Krone der Kochkunst oder besser die Haube der Kochkunft ist.
00:06:30: für mich steht dass Wiener Schnitzel für Bodenständigkeit aber auch für den Gedanken etwas vermeintlich einfaches zu einem ganz besonderen Erlebnis zu verfeinern etwas Besonderes daraus machen.
00:06:43: Das finde ich schön, aber auch mein liebstes Wiener Schnitzel schmeckt nur halb so gut wenn ich unzufrieden oder in schlechter Gesellschaft bin.
00:06:58: und damit bin ich schon bei der zweiten Frage nicht was ist du am liebsten sondern wie isst du am Liebsten?
00:07:05: Ihr habt richtig gehört mit Freundinnen oder der ganzen Familie drinnen oder draußen am Tisch auf Stühlen oder auch gerne mal auf dem Boden ganz gemütlich oder auf der Couch mit der aktuellen Lieblingsserie.
00:07:20: Es ist nicht nur das was, es ist auch das wie, dass Auswirkungen auf unser Verhältnis zur Ernährung hat.
00:07:28: Seit ich beim Reflex arbeite, ist es zum Beispiel für mich zu einem schönen Ritual geworden wenn ich nach Hause komme mir Zeit zu nehmen mir einen üppigen Salat zuzubereiten.
00:07:39: Ich war vorher gar nicht so der Salatyp aber seitdem ich hier arbeite mache ich das öfter.
00:07:45: Ich koche mir dann ein Ei und brade Mikrotons, setze Dressing an und verfeinere das Ganze gerne mit dem einen oder anderen Obst.
00:07:53: Sowohl das Zubereiten als auch das Essen ist für mich eine Zeit der Ruhe und der Achtsamkeit.
00:08:01: Auch wenn ich mir nicht mehr jeden Abend einen Salat zubereite bleibt es für mich ein Ritual zu dem ich immer gerne zurückkehre.
00:08:09: Es bedeutet für mich Eine Hinwendung zu den Lebensmitteln aber auch zu mir.
00:08:15: Ich bereite mir etwas Gutes und Gesundes zu, ich nehme mir Zeit dafür und genieße den Moment wenn ich alles parat habe um mit dem Tischdecke zu
00:08:24: essen.".
00:08:26: Ernährung erfordert Aufmerksamkeit – die ist bekanntlich sehr am Kämpft!
00:08:32: Manchmal erscheint es einfacher eine kleine Nahrungsergänzungsmittelpille zu schlucken damit mein Körper sicher mit allem versorgt ist was ich brauche.
00:08:42: suggerieren mir die sozialen Medien das häufig.
00:08:45: Weniger kochen und zubereiten bedeutet auch mehr Zeit für andere Dinge, die vermeintlich wichtiger sind.
00:08:52: Wofür nehmen wir uns also Zeit?
00:08:55: Und was bleibt dann auf der Strecke?
00:09:01: Die dritte Frage, die ich meinen Gästinnen gestellt habe, zählt in eine ähnliche Richtung.
00:09:11: ist, glaube ich so eine Frage die ich nur retrospectiv beantworten kann.
00:09:17: Wie bei einem Abendessen mit Freundinnen, bei dem jeder irgendwas mitbringt alles eher zusammen gewürfelt wird und eigentlich wollte man auch gar nicht so lange zusammensitzen aber dann wird doch noch irgendwann die Flasche Wein geöffnet und das Spiel rausgeholt Und am Ende tränkt man die Reste vom Schnaps vom letzten Weihnachten ist um halb zwölf dann auch noch leer geworden, weil sich irgendjemand noch die letzten Stücke einverleibt hat.
00:09:47: Wie die Lasagne schmeckt für mich das Leben?
00:09:51: Weil lasagne irgendwie immer geht zumindest immer die Seele auffüllt mit dem was sie gerade braucht.
00:09:58: aber es soll ja auch Menschen geben die keine lasagne mögen habe ich mal gehört.
00:10:02: no offence aber müsst ihr ja wissen.
00:10:10: Wie immer in meinen Folgen habe ich auch der KI eine Frage gestellt von diesen Fragen.
00:10:16: Und dieses Mal eben genau das, wonach für die KI ein gutes Leben schmeckt und das hat die KI geantwortet
00:10:25: Geht riesig mehr.
00:10:57: Plötzlich ist da Schärfe, Aufregung... Aber genau das macht es intensiv!
00:11:03: Ohne diese Würze wäre alles irgendwie fli-.
00:11:05: Mit der Zeit kommen auch bittere nun Enttäuschungen, Verluste, Dinge die nicht so laufen wie geplant.
00:11:12: Das sind oft die Geschmäcker, die man sich nicht aussucht aber paradoxerweise sind sie es Wie bei dunkler Schokolade oder gut dann plötzlich unverzichtbar Und irgendwo dazwischen ist dass nicht jeder Moment gu-.
00:12:00: Das
00:12:21: also sagt eine KI zu dem Geschmack des guten Lebens.
00:12:25: Wenn ihr mich fragt, ist die Antwort ein bisschen wie Nudeln, die zu lange gekocht wurden?
00:12:30: Nicht mehr so gut zu genießen.
00:12:32: Aber darum soll es ja hier nicht gehen!
00:12:40: Was ihr auf jeden Fall genießen solltet sind die nächsten Folgen iFelio zum Thema Ernährung mit den Gästinnen Jana Orb, Reif Kunz, Harald Lemke und Alexandra Kral also am besten den Podcast abonnieren.
00:12:56: Wenn ihr euch bis zur nächsten Folge noch ein paar Gedanken zu dem Thema machen möchtet, hier nochmal die drei Fragen, die ich auch meinen GästInnen gestellt habe.
00:13:06: Was ist dein Leibgericht?
00:13:08: Wie isst du am liebsten und wonach schmeckt für dich ein gutes Leben?
00:13:15: Wir hören uns dann in zwei Wochen wieder zur nächsten Episode von iFilio Dann mit Jana Orb.
00:13:22: Bis dahin hoffe ich, ihr habt immer ausreichend Salz in der Suppe und Notfallnudeln im Schrank.
00:13:28: Habt's ganz hübsch!
00:13:29: Bis dann!
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