Haben wir alle AD(H)S, Anita Jung?
Shownotes
Das Thema Neurodiversität hat Hochkonjunktur. Kinder, aber auch immer mehr Erwachsene lassen sich auf Neurodivergenz testen. Aber was bedeutet es für den Lern- und Arbeitsalltag, eine ADHS-Diagnose zu bekommen? Und wer hat eigentlich noch keine?
Dabei bedeutet die Diagnose AD(H)S vielmehr als nur «mein Kind ist in der Schule sehr unruhig». Meine Gästin in dieser Live Folge I feel you zum Thema Neurodivergenz ist nämlich die Person, die von Schulen angerufen wird, um Lehrpersonen dahingehend zu schulen.
Und natürlich bringt Neurodivergenz nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch ganz viele Besonderheiten, die sich neurotypische Menschen vielleicht manchmal wünschen würden. Ein Gespräch über die Vielfalt der neurologischen Verfasstheit von Menschen über Wahrnehmung, Herausforderungen und die Frage, wie wir uns selbst besser verstehen können.
Anita Jung von der ADHS-Fachstelle elpos Schweiz berät in Schulen und Bildungseinrichtungen zum Thema ADHS und Neurodivergenz.
Transkript anzeigen
00:00:01: Wir starten.
00:00:05: Hallo ihr Lieben!
00:00:08: So starte ich immer in meinem Podcast, hallo ihr lieben.
00:00:11: Herzlich willkommen zur Live-Aufnahme von I Feel You dem Psychologie-Podcast des Reflabs.
00:00:19: Ich bin Jana Horstmann, ich bin Theologin und Pfarrerin und arbeite beim Reflab und beschäftige mich mit im weitesten Sinne psychologischen und Selfcare Themen.
00:00:30: Neben mir sitzt Anita Jung.
00:00:32: Anita, dich stelle ich gleich noch kurz vor oder gleich noch ausführlicher vor?
00:00:38: Wir haben eine Live-Podcast Aufnahme hier im Hirschli.
00:00:41: Schön, dass ihr da seid!
00:01:01: Ich habe schon gesagt, I Feel You beschäftigt sich im weitesten Sinne mit psychologischen ... manchmal auch philosophischen oder existenziellen Fragestellungen.
00:01:11: Und ein Thema, was in letzter Zeit wie ich finde immer mehr in den Medien ist bzw.
00:01:17: immer größer auch thematisiert wird heißt nicht dass es nicht vorher auch schon da war aber es bekommt mehr Aufmerksamkeit ist das Thema Neurodiversität beziehungsweise Neuro-Divergenz und dafür habe Ich mir eine Expertin eingeladen mit der ich heute Abend sprechen darf und freue mich sehr dass sie, dass du da bist.
00:01:39: Herzlich willkommen Anita Jung von der Fachstelle L-Post, der Fachställe ADHS in der Schweiz.
00:01:48: Schön, dass Du da bist!
00:01:51: Ich erzähle kurz ein bisschen was zu dir... Du bist ausgebildete Sozialpädagogin und wie ich eben erfahren habe auch Religionspädagogen, passenderweise.
00:02:02: Hast verschiedene Weiterbildungen im Bereich ADHS aber auch Medien- und Resilienz gemacht.
00:02:08: Bist auch Dozenten für den Schweizerischen Verbund der PsychologInnen an der pH Und gibt es auch selber viele Weiterbildung im ADHS-Bereich besonders an Schulen Aber auch in Firmen oder Organisationen, wie ich vorhin gerade erfahren habe zum Beispiel für die reformierte Landeskirche für theologische Pfarrpersonen.
00:02:31: Jetzt zeitnah dann im Oktober glaube ich und du bist eben seit elf Jahren mittlerweile bei ELPOS der ADHS-Organisation in der Schweiz und bist da Fachstellenleiterin in dem Bereich.
00:02:48: Schön dass du da bist noch mal!
00:02:51: Wir starten ins Gespräch immer mit der Frage, oder ich stelle meinen Gästen immer die Frage wie es ihnen geht.
00:02:57: Also wie geht's dir Anita?
00:02:59: Wie gehts dir heute?
00:03:00: Es geht mir sehr gut!
00:03:03: Ich habe hier ganz viel Kaffee bekommen und das ist wunderbar für mich.
00:03:07: Vielen Dank.
00:03:09: Sehr schön.
00:03:09: Ich freue mich auch sehr dass du da bist.
00:03:11: Mir geht es auch gut heute, der Tag war lang aber ich freue mich sehr auf unser Gespräch und bin ganz gespannt was ich jetzt alles noch von dir lernen werde.
00:03:21: Ich habe mir drei Fragen überlegt, die ich meinen Gästinnen zum Thema Neurodiversität stellen möchte.
00:03:30: Und ich beginne mal mit der ersten bevor wir dann ganz thematisch einsteigen wie viel Neuro-Diversität steckt in dir?
00:03:42: Ha!
00:03:43: Ich glaube sehr viel.
00:03:44: Ich komme ganz bestimmt aus einer neurodivergenten Familie und ich glaube, es steckt sehr vielen Euro-Divergenzen in mir.
00:03:53: Kannst du ausmachen so ganz konkret woran du das merkst oder woran vielleicht auch Menschen die mit dir umgehen, das merken können?
00:04:00: Ja, ich habe die Fähigkeit, um die Ecke zu denken.
00:04:05: Ich glaube, dass ist eine großartige... Eigenschaft von Menschen mit einer Neurodivergenz.
00:04:13: Und ich bin sehr flexibel, sehr ... Ja und ich glaube das ist so... Ich nehme die positiven Eigenschaften.
00:04:19: Bin auch sehr chaotisch!
00:04:24: Da schließt quasi meine zweite Frage dann direkt an Warum ist Neurotypischsein uncool?
00:04:32: Also was ist das Coole an neurodivergenten Menschen
00:04:35: die ganz vielen positiven, flexiblen Eigenschaften wie Neu und Übergente Menschen
00:04:40: haben.
00:04:43: Zum Beispiel ... Ja das um die Ecke denken finde ich super.
00:04:50: Aber auch so dass wirklich mit Problemen anders umgehen ist eine sehr tolle Eigenschaft die neue und übergente menschen haben.
00:04:58: Ganz oft nicht so das ganz Sture Das finde ich wahnsinnig toll.
00:05:04: Also quasi auch so eine Flexibilität im Denken?
00:05:09: Ja, und auch mehr.
00:05:10: Eine Weltoffenheit.
00:05:11: sehr oft
00:05:12: finde ich super.
00:05:14: Und meine dritte Frage... welche Erfahrungen hättest du nicht gemacht wenn du dich mit den neurodivergenten Menschen beschäftigen würdest also wenn du nicht das tun würdest was du tust?
00:05:27: Welche Erfahrungen hätte ich nicht gemacht?
00:05:29: Ich hätte nicht gelernt, so flexibel zu sein.
00:05:32: Ich glaube, ich hätte nicht lernen Menschen einfach sozunehmen wie sie wirklich sind.
00:05:36: Aber ich habe das immer ein bisschen gelernt aber jetzt ist es ein Teil meiner Persönlichkeit und das habe ich diesen vielen neurodivergenten Menschen verdanken glaube ich.
00:05:47: Ja diesem vielen tollen neurodverienten Menschen auch.
00:05:51: Vielen Dank!
00:05:52: Wir starten gleich rein ins Thema.
00:05:55: Ich habe ein bisschen natürlich recherchiert in Vorbereitung auf unser Gespräch und hab herausgefunden, dass ungefähr zweihunderttausend Menschen in der Schweiz eine ADHS-Diagnose haben.
00:06:08: Fünf Prozent der Kinder in der Schweizer eine ADHS Diagnose Zum Beispiel auch das Menschen, die eine ADHS-Diagnose in der Familie haben.
00:06:17: Dass es auch eine sechsmal häufigere Chance gibt dass das an die Kinder oder Verwandte ersten Grades dann eben auch weitergegeben wird beziehungsweise verschiedene Merkmale von ADHS.
00:06:28: Wir haben das schon angesprochen.
00:06:29: gerade wir haben schon den Begriff gerannt Neurodiversität und Neurodivergenz und besprechen von ADRS.
00:06:37: Vielleicht kannst du einmal noch für mich, aber auch für die, die hier sind nochmal kurz irgendwie erklären.
00:06:44: Was meinen wir eigentlich wenn wir von Neurodiversität sprechen?
00:06:47: Beziehungsweise was ist eigentlich ADHS?
00:06:50: also genau wovon sprechen wir da eigentlich?
00:06:53: Das ist eine neurobiologische Funktionsstörung eigentlich so ganz und das Dopamin und das Nooratalanin beeinflusst, dadurch sind die exekutiven Funktionen beeinträchtigt.
00:07:14: Durch die exektive Funktion, die beeint trächtig sind, bedeutet es wirklich, dass das ganze Handeln beeinflußt wird?
00:07:25: Das Denken, das Strukturieren.
00:07:28: All das wird beeinflusst durch diese Neurobiologie.
00:07:32: Der Hauptteil der
00:07:33: ADS eigentlich.
00:07:34: Und dadurch sind quasi Dinge ... die bei neurotypischen Menschen funktionieren.
00:07:44: sozusagen funktioniert das Gehirn gewissermaßen anders ein Stück weit weil eben dieser Diese Neurotransmitter oder diese Neuadrenalin und Dopamin anders verarbeitet wird, damit anders umgegangen wird als in einem zum Beispiel ADHS-Gehirn.
00:08:02: Habe ich das richtig verstanden?
00:08:06: Jetzt gibt es aber auf diesem Neurodiversitätsspektrum nicht nur ADHS.
00:08:12: Was zählen wir eigentlich alles noch zu diesem Bereich Neurodiversität dazu?
00:08:17: Die ASS, die Autismus-Spektrum-Störung gehört klar dazu.
00:08:22: Relativ neu auch eine LRS, also eine sprachende Wertsstörung, die gehört auch dazu.
00:08:28: Das sind so die großen Sachen, die dazugehören.
00:08:33: Es gibt Untersuchungen, die sagen Bipolarität könnte auch ein Neurodivergent sein.
00:08:39: Das ist die Wissenschaft noch nicht ganz einig.
00:08:42: Ob man das will zu einer Neurudivergänz zählen möchte oder nicht?
00:08:45: Aber ich finde ... ein spannender Ansatz eigentlich.
00:08:48: Okay, das heißt es gibt quasi so ein paar Bereiche eben ASS und ADHS wo man das weiß wissenschaftlich?
00:08:57: Und dann gibt's Bereiche die irgendwie so ein bisschen im Spektrum sind beziehungsweise wo man nicht genau weiß ob die dazugehören bzw.
00:09:06: Ob es da vielleicht auch Verbindungen gibt.
00:09:08: insofern Was denn eigentlich?
00:09:15: also?
00:09:16: Wir sprechen jetzt vermutlich eher über ADHS, zum Beispiel oder ADS-ADHS.
00:09:23: Und was sind die Merkmale davon?
00:09:29: Also wovon reden wir, wenn wir von ADHS reden?
00:09:32: Es gibt drei ganz markante Merkmalen, dass da die Impulsivität, die Unaufmerksamkeit und dann die Hyperaktivität je nachdem.
00:09:46: Das, was wir alle eigentlich kennen.
00:09:48: Impulsivität ist so das schnelle Handeln ohne zu denken manchmal einfach zu machen.
00:09:57: Die Unauffmerksamkeit ist nicht nur dass wirklich unauffmerksam sein sondern ganz oft auch nicht zuhören können sich nicht konzentrieren können
00:10:06: halt.
00:10:07: Das ist das, was oft sehr schwierig ist.
00:10:09: Ja, Hyperaktivität spricht für sich im Gegensatz zur Hypo-Aktivität.
00:10:14: Es ist so die verlangsamten Denkenden oft.
00:10:20: Und das kann aber beides Teil davon sein, also Hypo und Hyperaktivität?
00:10:24: Ja es gibt sehr viele, relativ neue, es gibt viele Mischtypen gerade im Erwachsenenbereich, die hyperaktiv sind und noch einen Teil Hyper-Aktivität dabei haben.
00:10:36: ja.
00:10:38: Woran merk ich jetzt konkret?
00:10:40: dass ich neurodiverse bin?
00:10:42: oder woran merke ich wenn ich das Gefühl habe impulsiv bin ich auch.
00:10:50: Also wenn man jetzt irgendwie so das hört und denkt, ja könnte ich überall einen kleinen Haken hinter setzen muss das schon bedeuten dass ich adhs habe?
00:10:59: oder ist es dann irgendwie sinnvoll das irgendwie klären zu lassen?
00:11:03: Oder was mache ich denn damit?
00:11:07: also ich glaube die Systeme die Frage kläre ich mich ab, klare ich mich nicht ab.
00:11:14: Und ich glaube wichtig zu wissen ist so der Leidensdruck, der dann da ist.
00:11:18: also wenn du leidest dass du so wahnsinnig impulsiv bist und immer wieder auch von den Menschen angesprochen wirst das du viel zu impulsiver reagierst Dann wäre es sinnvoll wahrscheinlich das auch zu klären.
00:11:31: Das ist natürlich in Bereichen wie der Unaufmerksamkeit ist es oft selbst erklärend weil sich gerade In einem Studium zum Beispiel, wenn sie sich nicht so gut konzentrieren können wie Studis oder so.
00:11:41: Dann ist das wie selbst erklären dass man da nach einem Grund suchen muss.
00:11:44: und ja dann ist deine Erklärung sinnvoll denke
00:11:47: ich.
00:11:48: Du hast es gerade angesprochen.
00:11:50: Ich habe mich auch gefragt was bringt eigentlich die Diagnose?
00:11:55: gerade weil ich das Gefühl hab, dass das Thema eben in den letzten fünf bis zehn Jahren verstärkt auch in der Öffentlichkeit thematisiert wird oder immer wieder da das Augenmerk draufgelegt wird.
00:12:08: Habe ich mich so ein bisschen gefragt?
00:12:11: Ja, fragen sich die Leute mehr ob sie ADHS haben, weil darüber geschrieben wird und weil Sie das Gefühl haben es stimmt irgendwas nicht mit ihnen oder verstärgt vielleicht auch eine Diagnose gewisse Auffälligkeiten.
00:12:25: Also gibt es irgendwie eine Dunkelziffer.
00:12:31: oder weiß man nur von den Leuten, die es quasi diagnostiziert haben?
00:12:35: Oder wie sind deine Erfahrungen mit Menschen, die vielleicht auch die Merkmale haben oder das Gefühl haben sie haben vielleicht ADHS kommen zu dir oder treffen dich in einer Sprechstunde bei denen's aber nicht abgeklärt ist oder die keine offizielle Diagnose haben?
00:12:50: in dem Sinne
00:12:53: Ich glaube, es gibt sehr viele Nicht-Aktklärte.
00:12:56: Menschen mit einer ADAS und die haben oft ... Es ist wirklich dieser Leidensdruck von dem ich immer spreche.
00:13:05: Die kommen sehr gut mit ihrem Leben zurecht so wie sie sind.
00:13:10: Sehr viele haben Strategien entwickelt.
00:13:12: Das ist auch immer die Frage, warum gibt es so viele Kinder?
00:13:14: Und dann nur noch so wenige Erwachsene, die eine Diagnose haben?
00:13:20: Als ADS-betroffene Mensch kann man sehr gut auch Strategien entwickeln, oder es ist sehr wichtig, Strategien zu entwickeln.
00:13:26: Mit dem Leben dann zurechtzukommen und ich glaube auch in Bezug auf Lernen, sich anpassen.
00:13:32: Das ist eine große Anpassungsleistung die ADS Menschen leisten müssen damit sie irgendwo in der Gesellschaft ja auch zurechkommen.
00:13:41: oft.
00:13:42: Wir können gleich noch vielleicht ein bisschen über die Anpassungsmechanismen sprechen.
00:13:46: Du hast das gerade angesprochen, was sind die großen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen?
00:13:54: Wo ist da irgendwie der... Ja wo sind die Unterschiede in den Merkmalen zum Beispiel auch oder inwiefern entwickelt es oder kann man sich auch aus einem ADHS rausentwickeln wenn's vielleicht tatsächlich einfach etwas neurobiologisches ist in dem Sinne eine Krankheit gegebenenfalls.
00:14:14: Also Kinder sind viel hyperaktiver, im Allgemeinen viel hyper aktiver als Erwachsene und ich denke das liegt nicht daran dass sie einfach per seyhyperaktiver sind sondern die Als Erwachsene haben Sie sich daran gewöhnt, dass sie einfach viel mehr Bewegung brauchen.
00:14:32: Ich kenne sehr viele die auch joggen gehen bevor sie zur Arbeit gehen zum Beispiel weil sie wissen sie können sich dann viel besser konzentrieren und dann gehen sie über Mittag noch einmal joggen damit sie den Nachmittag auch noch aushalten.
00:14:44: also sehr oft sind diese Mechanismen die bei Erwachsenen einfach wie besser funktionieren als bei Kindern.
00:14:50: Kinder müssen die zuerst erlernen so Und dann sind Kinder auch oft noch in dieses Schema gepresst von der Schule.
00:14:57: Also, neun Jahre Schulzeit ist für ADIS-Kinder wahnsinnig schwierig.
00:15:02: Oft sich anzupassen, stillzusetzen, irgendwo allem gerecht zu werden was sie müssten und auch noch zu lernen ist fast unmöglich für ein Kind mit
00:15:13: ADIS.
00:15:14: Du gehst ja auch an Schulen oder machst auf Weiterbildung mit Lehrpersonen.
00:15:19: Was gibst du denen so für Tipps?
00:15:21: Also ich vermute mal, du gibst den Lehrpersonen-Tipps dann noch nicht.
00:15:24: Nicht den Kindern!
00:15:26: Den Lehrpersonern ja... Das erste was ich immer mache und das möchten die Lehrpersonnen eigentlich nie weil sie immer sagen wir wissen ganz genau was ADEA ist eigentlich ist Ich mache immer einen Teil Aufklärung was ist ADEAs überhaupt.
00:15:41: Was bedeutet das auch für die Kinder und das bedeutet das für die Familie?
00:15:45: Weil ich denke, dass in einem Buch zu lesen ist das eine.
00:15:49: Aber zu erleben was es wirklich ist, ist das andere.
00:15:52: Das ist immer ein Teil den ich mache ob sie wollen oder nicht und dann halt viele Strategien für den Unterricht auch so.
00:15:59: Also wirklich auch ADS-ler können sich vielleicht aus allerhöchstens zwanzig Minuten konzentrieren.
00:16:08: Und wenn eine Schulstunde fünfundvierzig Minuten dauert, dann ist das einfach zu lange.
00:16:15: macht Unterricht, dann lasst sie fünf Minuten sich bewegen.
00:16:18: Dann macht wieder Unterricht einfach
00:16:19: so.".
00:16:21: Das sind so Tipps die ich ganz oft weitergebe.
00:16:24: Die Leppersonen sind auch sehr unsicher und wissen gar nicht was sie dürfen oder was sie nicht dürfen.
00:16:28: Ich bekomme immer so auch die Frage ja aber ich kann nicht wegen einem Kind meinen ganzen Unterricht umstellen?
00:16:35: Und mein Kind ist dann immer ... Braucht er ja nicht!
00:16:37: Ihr braucht nicht für ein Kind.
00:16:39: Ihr könnt es mit allen Kindern machen Das ist doch kein Problem.
00:16:43: Ein nicht neurodiverses Kind hat auch Freude daran, sich nach zwanzig Minuten zu bewegen?
00:16:50: Wir müssen das eine Kind an den Unterricht anpassen, sondern wir müssen ihn vielleicht so gestalten, dass er für neurodivergente Kinder und neurotypische Kinder
00:17:03: funktioniert.".
00:17:11: Was bedeutet es denn für Kinder oder auch für Eltern, ADHS-Diagnose zusammen oder in der Familie sozusagen mit ADHS umgehen zu müssen?
00:17:23: Was hast du erlebt?
00:17:24: Was sind die Herausforderungen oder vielleicht auch die Bedürfnisse, die da sind.
00:17:30: Also für ADHS Kinder oft auch neue, rewegente Kinder und auch HSS Die fragen sich eigentlich dauernd, was mit ihnen nicht stimmt.
00:17:44: Sie merken, dass sie nicht der Norm entsprechen.
00:17:47: Sie fragen sich, was ist anders mit mir?
00:17:49: Vor allem fragen sie sich, ob es falsch ist mit mir.
00:17:52: Ihr Selbstwerke-Fühl leidet wahnsinnig an dieser Diagnose.
00:17:57: Sie melken jedes Mal wenn sie anecken und impulsiv reagieren.
00:18:02: Und sie wissen aber nicht, was sie dagegen tun können.
00:18:05: Sie merkten das.
00:18:05: die Eltern streiten oft wegen den Kindern Das merken Sie auch, aber sie können wieder nicht raus.
00:18:11: Und genau das ist das Problem, weil die Eltern können auch nicht daraus.
00:18:16: Die Eltern fragen sich oft, dass habe ich falsch gemacht, bin ich schuld?
00:18:21: War ich zu wenig streng oder war ich zu streng?
00:18:24: Ganz oft fühlen Sie sich nicht verstanden von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.
00:18:29: Sie geben sich oft selbst die Schuld.
00:18:31: Sehr viele Eltern von Ardeskindern sind geschiegen und getrennt lebend.
00:18:36: wirklich einfach ... Weil es sehr viel Streit gibt und oft schon am Morgen.
00:18:48: Wenn die Kinder sich dann so ein bisschen daraus entwickeln, verändert sich der Umgang auch mit dem ADHS?
00:18:56: Oder was gibt's für Kompensationstrategien, die die Kinder entwickeln?
00:19:02: Die man vielleicht im erwachsenen Alter oder als Studentin oder als junger Mensch in der Arbeitswelt ... vielleicht gelernt hat, verändern sich da die Mechanismen oder verändert sich der Umgang auch mit dem ADHS.
00:19:17: Was sind da deine Erfahrungen?
00:19:20: Also meine Erfahrung ist eigentlich dass die Kinder bei denen schon ganz früh auch das Thema war, dass sie eine ADS haben und was die Problematik ist da, dass die auch viel einfache Strategien entwickeln können dass sie wirklich, also gerade bei der Hyperaktivität auch die Bewegung mit einbauen einfach in ihr Leben.
00:19:43: Es ist wie ganz selbstverständlich.
00:19:45: Ein guter Tipp, den gebe ich immer jedem Alter um etwas zu lernen, ist auch sich zu bewegen.
00:19:51: Also nicht einfach am Tisch zu sitzen und versuchen etwas in sich reinzubringen sondern wirklich in der Bewegung zu lernen für die Kinder Zuerst die Reihen, dann die Wörtle und bei den Studenten auch das Ganze was sie da einfach lernen müssen.
00:20:09: Wirklich in der Bewegung entweder Sie machen Pause, bewegen sich und lernen weiter oder Sie lernen in der Bewegung.
00:20:19: Was.
00:20:20: jetzt ging es gerade so ein bisschen darum?
00:20:22: Was du für Tipps geben kannst oder wie die sich das auch entwickelt.
00:20:29: Ich habe gelesen in der Literatur zum Beispiel diesen Begriff Masking also diese.
00:20:35: Was bedeutet das, oder was hat es damit auf sich?
00:20:40: Im Moment braucht man das vor allem bei Frauen mit einer Adiastdiagnose.
00:20:45: Und das kommt zwar ein bisschen aus dem Autismus-Spektrum eigentlich.
00:20:50: Da haben wir immer gesagt ja ... Das Masking ist einfach da und jetzt merkt so die Wissenschaftler bei ADES genauso.
00:20:59: Die lernen sich anzupassen ganz, ganz... bringen eine wahnsinnig große Anpassungsleistung und das sind vermehrt halt Mädchen oder auch Frauen, die das machen.
00:21:10: Das ist jetzt auch.
00:21:11: kommt da so ein bisschen.
00:21:13: viele Frauen zwischen vierzig und fünfzig merken plötzlich ihre Energie reicht nicht mehr.
00:21:17: Das sind vorwiegend Frauen.
00:21:19: Ihre Energie reicht nichts mehr.
00:21:20: bis Jetzt ist alles gut gegangen.
00:21:21: Sie konnten alles miteinander handeln Und jetzt geht es nicht mehr.
00:21:25: dann haben sie eine Depression irgendetwas anderes eine andere Erkrankung und dann merken sie, ah das könnte an dieser ADHS liegen.
00:21:35: Bei den Männern ist es... Es gibt Männer denen das auch so geht.
00:21:39: da kommt es ein bisschen später, fünfzig, fünfundfünfzig erlebe ich das immer wieder.
00:21:44: Das einfach diese Anpassungsleistung ist zu enorm groß dass Sie am Schluss nur noch eigentlich sehr oft in eine Depression ändern.
00:21:53: Das heißt, Masking ist quasi die Anpassungsleistung.
00:21:56: Die neurodivergente Menschen bringen müssen um eben in einer Welt, die nicht auf neurodivagente Menschen ausgerichtet ist funktionieren zu können in Anführungszeichen beziehungsweise da mit den Herausforderungen umgehen zu können, die sie von ihrer neurobiologischen Disposition her haben.
00:22:17: Ja
00:22:19: ganz genau.
00:22:21: Wie du gerade gesagt hast, das ziehen manche Menschen einfach quasi bis vierzig oder fünfzig durch.
00:22:27: Aber sind es Menschen die dann wissen, dass sie ADHS haben?
00:22:30: Oder teilweise auch das noch gar nicht wissen?
00:22:32: Es sind sehr oft auch Menschen, die das gar nicht wissen.
00:22:35: Bei den Kindern ist es immer sehr auffällig, dass in der Schule funktioniert alles wunderbar und wenn sie zu Hause sind, ist alles nur noch schrecklich Weinen nur noch, oder sie schreien nur noch sind extrem impulsiv und es gibt nur noch Streit.
00:22:51: So ist das dann oft bei den Kindern Und ich kenne sehr viele Erwachsene die eine wahnsinnige Leistung bringen im Geschäft auch so.
00:22:59: in diesem Bei Ades ist es klar dieser Hyperfokus.
00:23:03: aber das wissen Sie ja noch nicht wenn sie nicht abgeklärt sind und Dann kommt sie nach Hause und sie können nichts mehr machen sie schlafen einfach Oder sind einfach da.
00:23:11: Ja, keine sozialen Kontakte mehr.
00:23:13: Magst du noch kurz sagen was Hyperfokus ist?
00:23:16: Was das damit auf sich hat?
00:23:19: Menschen mit einer ADS kommen oft in diesen Hyperfokuss wenn sie etwas wahnsinnig interessiert oder wenn Sie etwas wahnsinnig spannend finden so funktioniert ADS.
00:23:29: also alles was furchtbar langweilig ist oder was nicht ganz so interessant ist da hören Sie gar nicht zu, da sind Sie gar bringen sie eine wahnsinnige Leistung.
00:23:42: Und dann ist es wirklich möglich, dass Sie vergessen zu essen, vergessen zu schlafen und einfach nur noch dieses Ding machen.
00:23:49: Also wenn Sie bei Erwachsenen ist das oft so, wenn Sie ein Projekt machen, das Sie wahnsinnig spannend finden, dann machen Sie alles für dieses Projekt.
00:23:59: Dann ist die Familie weg, Sie denken nicht mehr an sich, Sie denke gar nichts
00:24:02: mehr!
00:24:03: Und wie du gerade gesagt hast, geht es dann aber auch manchmal damit einher, dass quasi danach oder wenn das Projekt abgeschlossen ist.
00:24:08: Oder wenn man nach Hause kommt eben wirklich, dass da nichts mehr geht?
00:24:11: Oder dass die Batterien alle sind?
00:24:15: Ja und bei längeren Projekten endet es sehr oft in einem Burnout.
00:24:19: Definitiv bei Erwachsenen.
00:24:23: Ich habe gelesen, dass Menschen mit ... Also Menschen, die neurodivergent sind bis zu seventy-fünf Prozent, die Chance sehr hoch ist an einer Kuhmorbidität zu erkranken.
00:24:45: Das heißt das es viele Krankheiten oder Diagnosen im Bereich Neurodivergenz beziehungsweise auch im Bereich der ... psychologischen Störungen oder Erkrankung gibt, die damit ein Stück weit einhergehen.
00:25:04: Oder dass es sehr schnell eben zu diesen Komorbiditäten gibt kommt zum Beispiel eben Burnout beziehungsweise Depressionen.
00:25:15: du hast das vorhin schon so ein bisschen anklingen lassen.
00:25:18: man diskutiert über Bipolarität oder so Borderline in dem Bereich.
00:25:25: was Was hat das damit auf sich?
00:25:28: Warum ist das so?
00:25:34: Am besten erklären kann ich das an einer Komobilität, an der Suchterkrankung zum Beispiel.
00:25:41: Sehr viele.
00:25:42: eine große Komobilität ist die Suchterkrankung bei all diesen Neurodivergenzen und dieses Belohnungssystem sehr oft, dass da aktiviert wird
00:25:52: Weil wir auch gelernt haben, dass das Dopamin betroffen ist.
00:25:57: Genau, genau!
00:25:59: Das geht mit dem Dopamin einher ganz genau.
00:26:01: Vielen Dank.
00:26:05: Und dann ja... Sucht Erkrankung?
00:26:10: Genau, such der Krankungen.
00:26:11: Vielen dank.
00:26:15: Wie erklär ich das?
00:26:18: Sie belohnen sich quasi mit.
00:26:20: Oder zum Beispiel, also jetzt ist Medien ein Riesenthema.
00:26:24: Also sucht es nicht nur Alkohol, sie nicht nur Rogen.
00:26:26: Suchtes definitiv sind auch Medien.
00:26:29: Sie belohnen sich mit diesen Medien, sie belohnern sich mit Essen.
00:26:32: Es gibt sehr viele Essstörungen in diesem Bereich oder sie essen gar nicht mehr.
00:26:37: Sie machen Sport.
00:26:38: Sport ist eine große Suchtoft.
00:26:40: gerade bei der Hyperaktivität wird Sport sehr gerne zu suchten einfach weil sie.
00:26:45: zuerst lernen sie dass sie ruhiger werden.
00:26:48: Das ist nützt und das hier ruhige Werten.
00:26:50: Und dann kommen sie nicht mehr aus diesem Kreislauf raus, das ist sehr oft dabei.
00:26:55: Okay also dass quasi auch so Kompensationsmechanismen hin zu bis zu einer Erkrankung zum Beispiel dann führen können?
00:27:06: Richtig!
00:27:06: Ja richtig.
00:27:10: Wenn man jetzt z.B von Depressionen oder sowas in die Richtung ausgeht wie sind da die Verbindungen?
00:27:17: Was sind deine Erfahrungen?
00:27:19: Ja, also sehr oft.
00:27:20: Gerade bei der Depression ist es natürlich sehr oft so dass schon Kinder mit einer ASS sehr oft sehr negative Feedbacks bekommen eigentlich schon als ganz klein und das hört nicht auf immer wachsenenalte.
00:27:35: sie merken immer irgendwo sind Sie falsch?
00:27:37: Irgendwo sind sie nicht richtig.
00:27:39: ich habe gerade wieder gelesen dass Menschen In einen Laden gehen sie automatisch in die andere Richtung als neurotypische Menschen.
00:27:54: Ganz interessant finde ich das, einfach weil das Hirn anders funktioniert, weil Sie den Eindruck haben, anders ist richtig!
00:28:02: Das ist für mich so ganz typisch und das ist natürlich schon da... ist klar das Zeichen, ich bin anders als alle anderen.
00:28:11: Und deswegen laufe ich auch in die andere Richtung?
00:28:13: Ja ja, also ich finde das noch spannend und im negativen Sinne glaube ich, ist es wirklich so... Ich bin wieder anders, ich kann mich wieder nicht anpassen und das schadet dem selbstwert unheimlich.
00:28:25: da kommt diese Depression glaub ich auch dann.
00:28:27: Das heißt sozusagen dieser permanente Das permanente Gefühl, falsch zu sein.
00:28:34: Eben ganz schlechtes Selbstwertgefühl häufig mit Ablehnungen oder eben von außen auch suggeriert zu bekommen.
00:28:41: Ich bin anders und ich bin falsch so wie ich bin dass das dann eben auch zu einer Depression zum Beispiel führen kann.
00:28:48: oder über Kompensationsmechanismen zur Essstörung oder anderen Süchten was für Komorbitäten und treten noch auf?
00:29:03: Im Kindesalter sind all diese Lernstörungen wahnsinnig groß.
00:29:11: Auch Kinder, die eine höhere Intelligenz haben oder eine ganz normale Intelligenze haben sehr viele Lernsteuerungen auch Sprachsteuerung oft.
00:29:20: Das ist bei den Kindern der größte Teil der Komobilität eigentlich so dieser Störung.
00:29:26: Und ja dann ist Essen sucht ... Ja, das sind so die meisten Depressionen.
00:29:35: Das sind die meisten Kommunitäten eigentlich.
00:29:42: Wir haben im Vorgespräch oder eben gerade kurz schon so angesprochen ... Du hast es jetzt auch noch mal gesagt in diesen Unterschieden zwischen Männern und Frauen beziehungsweise dann auch im Kindesalter Mädchen und Jungen.
00:30:01: Im Kindesalter hat man früher gesagt Sieben ADHS-Jungs auf ein ADHS Mädchen kommen.
00:30:10: Das wurde dann ein bisschen korrigiert zu drei Jungs die ADHS haben, auf einen Mädchen die ADHs haben.
00:30:18: und im erwachsenen Alter scheint es sich dann zu verwachsen weil sich offensichtlich neurobiologische Funktionsstörungen verwachsen können.
00:30:31: Es ist dann quasi eins zu eins, also eine weiblich gelesene Person auf einem männlich gelesenen Personen.
00:30:41: Wie erklärst du dir das diese Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?
00:30:46: Und dann aber später dieses Zwischen, dass es bei Frauen und Männern doch anscheinend wieder sich ausgleicht...
00:30:54: Also ich erkläre mir das sehr mit der Anpassungsleistung eigentlich.
00:30:57: Ich habe den Eindruck wirklich, dass Mädchen – ich glaube nicht, dass es sehr viel mehr Jungs als Mädchen gibt die eine Adiastdiagnose bekommen würden.
00:31:07: Ich glaube, dass sich Mädchen einfach sehr viel besser anpassen können oder so.
00:31:13: der ruhigere, also die hypoaktiven sind immer noch vermehrter bei den Mädchen.
00:31:21: Es gibt auch Jungs, die hyperaktiv sind.
00:31:22: Genauso wie es Mädchen gibt die hyper-aktiv und trotzdem sind das mehr Jungs hyperaktive.
00:31:27: Die fallen einfach auf.
00:31:29: Und die ruhigen stillen Mädchen, die sich vielleicht nicht so konzentrieren können aber sie sind still und ruhig, die fallen gar nicht mehr auf.
00:31:36: Ich denke auch wenn ich in der Schule bin und diese vielen unterschiedlichen Kinder sehe also alle müssen irgendwie integriert werden, nicht nur ADS.
00:31:45: Es gibt auch Kinder, die unsere Sprache nicht können.
00:31:50: Es gibt Taubenkinder und Blindekinder.
00:31:54: Das sind Mädchen oder Kinder, sich anpassen zu können.
00:31:58: Wahnsinnig super für die Lehrpersonen!
00:32:01: Ich glaube da kann man gar nicht ... Da sehen sie nicht richtig hin und schauen nicht, ob das Kind sich vielleicht nicht gut aus der schlechten Not hat, weil er sich schlechter konzentrieren kann.
00:32:13: Die sind still.
00:32:15: Und das heißt einfach, du gehst davon aus dass mit zunehmendem Alter die Kinder egal ob Mädchen oder Jungen quasi immer anders oder neu besser gelernt haben sich in dem Sinne anzupassen an das was gefragt wird.
00:32:31: Oder was notwendig ist um eben in dieser auf neurotypische Menschen ausgelegten Welt zu funktionieren.
00:32:38: Ja ganz genau ich glaube die Anpassungsleistung.
00:32:43: Es gibt auch eine Spektrumserkrankung.
00:32:45: Es gibt ganz wenig Betroffenen, es gibt ganz groß Betroffene und die Anpassung ist für alle wahnsinnig gross.
00:32:54: Ein schwer betroffenes Kind passt sich enorm an damit das wenigstens einigermaßen in der Schule bestehen kann oder in der
00:33:02: Familie.
00:33:03: Ich fand's jetzt noch spannend im Hinblick auf Mädchen- und Jungs-, Frauen-, Männer-, weiblich- oder männlich gelesene Personen dass wir auch bestimmte Bilder von Jungs oder Mädchen haben.
00:33:16: Von Jungs, die im jungen Alter aber auch wild sein dürfen und wie man das nennen will.
00:33:26: Und dass es eher okay ist als bei Mädchen zum Beispiel, die sehr viel mehr auffallen, wenn sie vielleicht eine Hyperaktivität haben oder sehr viel Sport machen oder Turnen.
00:33:41: Ja, sehr viel schneller.
00:33:42: Vielleicht auch gesagt wird das machen aber Mädchen nicht oder das macht man aber nicht als Mädchen oder spiel mal nicht mit den Jungs die da irgendwie rum klettern oder sowas Auch ein Stück weit vielleicht von der Gesellschaft gemacht Die Krankheit sicherlich nicht Aber von der gesellschaft gemacht.
00:33:59: dass dann Mädchen vielleicht sehr viel früher eben Anpassungsmechanismen einüben oder lernen
00:34:06: Das glaube ich auch.
00:34:09: Definitiv, es wird sehr oft von der Gesellschaft gemacht und spielt in der Familie eine Rolle sehr viele.
00:34:17: ADS-Kinder haben Eltern mit einer ADAS.
00:34:21: Auch da ist dieses Rollenbild.
00:34:25: nur wenige Frauen mit einer Adas haben Familie und arbeiten sehr oft, weil das bekommen sie gar nicht.
00:34:32: Alles einfach so in den Griff.
00:34:34: Das geht gar nicht, das ist viel zuviel leistendam.
00:34:41: Und deshalb bekommen sie da auch dieses Bild wieder vorgelebt oder auch die Mädchen bekommen das Bild vorgelegt.
00:34:46: Meine Mama ist zu Hause, es ist ein bisschen chaotisch und der Vater sagt dann, sie ist chaotische.
00:34:53: Natürlich ist sie chaotisches ja deine Adios Aber das wird nicht so gesehen Und ich glaube, es spielt auch eine Rolle.
00:35:01: Nicht nur, aber ich glaube das spielt auch einer Rolle.
00:35:03: Das ist die Vorbildwirkung der Eltern oft und ich glaube auch die Gesellschaft, die dann ... Also ich kenne Mädchen mit einem der Adios.
00:35:11: Die haben noch ein viel schlechteres Selbstbewusstsein einfach weil sie schon im Kindergarten gehört haben einen Mädchen schimpft sich nicht miteinander, ein Mädchen slägt sich nicht...
00:35:24: Ja!
00:35:25: Dann bist du für den Klass immer zu hören.
00:35:28: Ja.
00:35:29: Also dann quasi damit konfrontiert zu sein, dass es nicht nur ist ich bin irgendwie als Person falsch sondern ich bin quasi auch noch als Mädchen falsch in meiner Rolle irgendwie als Mädch'n oder als junge Frau dann irgendwann auch noch falsch weil ich auch noch anders funktioniere.
00:35:44: in dem Sinne
00:35:45: ja ganz genau.
00:35:45: und das gleiche und das finde ich so spannend gibt es auch bei den Jungs die eine Hypoaktivität haben.
00:35:51: auch da ist es dann eigentlich klar so dass die Gesellschaft sagt Mach einmal ein bisschen Sport und bewege dich mal ein bisschen.
00:35:59: Und sei nicht immer so langsam, du bist doch kein
00:36:02: Mädchen.".
00:36:02: Also es ist genau das Gegenteil!
00:36:04: Was Mädchen mit einer Hypoaktivität eigentlich hören?
00:36:07: Die Hypo-Aktivität geht aber schon auch mit der Aufmerksamkeit oder der Impulsivität einher?
00:36:19: Sicher mit der aufmerksamkeitsproblematik haben alle.
00:36:26: Also es gibt solche, die wirklich auch manchmal so diese Ausbrüche haben.
00:36:31: Manchmal auch in der Pubertät, indem sie einfach schimpfen wie verrückt und ganz schlimme Wörter sagen.
00:36:38: Bei den meisten ist das aber vor allem die Konzentration des verlangsamten, dass eigentlich das zeichnet dieser Hyperaktivität.
00:36:48: Und die innere Unruhe.
00:36:50: Sehr viele sind innerlich einfach unruhig, das können Kinder noch nicht zu sagen.
00:36:54: Das höre ich oft dann in der Pubertät und bei Erwachsenen, dass sie innerlich immer das Gefühl haben ... Sie bekommen keine Ruhe hin, es geht einfach
00:37:03: nicht!
00:37:04: Also ganz egal wie viel Sport man dann vielleicht macht trotzdem quasi diese innere Anspannung irgendwie zu haben?
00:37:11: Sind auch also sehr oft so... Die dann immer so machen oder mit den Fuß weppeln oder ja ...
00:37:19: Was muss ich als Familienangehöriger, Freundin ... Wie auch immer.
00:37:25: Was muss Ich wissen?
00:37:26: Wenn ich weiß hey, meine Schwester, meine Mutter, mein bester Freund hat eine ADHS-Diagnose.
00:37:33: was ist vielleicht hilfreich für den Umgang mit Menschen die eine Diagnose haben?
00:37:38: oder genau was kann ich tun um dem Menschen das Leben ein bisschen leichter zu machen beziehungsweise zumindest nicht zu verstärken dass sie sich so fühlen wie Sie sich fühlen?
00:37:48: Also das A und O, auch wenn das ganz viele nicht so gerne hören gerade Eltern ist eigentlich ein bisschen Struktur in den Alltag zu bringen.
00:37:57: Wirklich so... also nicht immer dieses plötzliche Jetzt machen wir noch das und jetzt machen wir das sondern so ein bisschen struktur einen Planer zu haben wo alles aufgeschrieben steht
00:38:12: Das
00:38:12: hilft wirklich auch.
00:38:13: Was hilft wirklich ein?
00:38:15: Und etwas so ganz einfaches.
00:38:16: Ein Schlüsselbrett bei der Tür, weil den Schlüssel zu verlieren ist eine typische ADHS-Mentalität finde ich nämlich keine ganz viele die dauernd ihre Hausschlüsse verlieren.
00:38:28: Das heißt wenn oder wenn ich jetzt zum Beispiel nicht in einer Familie bin sondern einfach einen Partner habe der ADHS hat dass man dann eben auch so Ordnungsprinzipien zum Beispiel in der gemeinsamen Wohnung irgendwie hat oder da vielleicht auch den gemeinsamen Kalender irgendwo stehen hat, wo man dann auch eintragen kann.
00:38:46: Wann der Müll raus muss?
00:38:49: Das hilft enorm und ich merke auch bei Familien.
00:38:52: Und das ist natürlich bei Partnerinnen und Partnern genau so.
00:38:56: Mir hat einmal eine Frau gesagt, da packt mein Mann alles zusammen Und dann geht er runter und merkt, wenn er vor dem Fahrrad steht.
00:39:05: Oh ich habe meinen Helm vergessen!
00:39:06: Dann kommt er wieder rauf holt den Helm und beim Helm holen legt es seine Schlüssel hin und geht wieder runter und meckt oh nein meine Schlüssel die liegen oben.
00:39:15: Das ist wirklich so ein Adios Alltag oder das ist welche so ganz typisch?
00:39:20: Die haben jetzt einen Zettel an der Tür Helm, Schlöße ganz genau.
00:39:25: Und dann bevor er rausgeht macht er diese Checkliste und das hilft tatsächlich natürlich.
00:39:30: es braucht einen Moment bis diese Checklisten wirklich auch abgecheckt wird aber das nützt.
00:39:36: also adhs Menschen können sich quasi auch nicht nur adhS-Menschen aber Menschen eben im Neurodivergenzbereich können sich selber in dem Sinne Strukturen schaffen oder so checklisten machen mit denen sie dann eben besser durch den Alltag kommen.
00:39:52: Ja, das ist ganz wichtig.
00:39:53: Deshalb auch dieses Vergleich mit dem Schlüsselbrett.
00:39:56: Es ist so eine Gewohnheit ... Ich mache die Tür auf und hänge den Schlüssel ans Brett.
00:40:02: Und dann schließe ich die Tür.
00:40:04: Das ist einfach nur die Strategie eigentlich.
00:40:08: Aber es ist nur Gewohnkeit!
00:40:09: Diese Gewohnheiten müssen Menschen mit einer ADS, die dazu tendieren, den Schlüssel irgendwo hinzulegen, sich angewöhnen.
00:40:17: Ich habe mal gelesen, es braucht ca.
00:40:19: zwanzig Wiederholungen bis es einigermaßen im Hirn drin ist, aber das rentiert finde ich.
00:40:26: Es lohnt sich sehr weil dann diese Schlüssel eben nicht mehr verloren
00:40:31: geht.".
00:40:31: Das heißt es geht viel darum Strategien zu entwickeln um einfach einen geringeren Leidensdruck zu haben?
00:40:38: Weil was du ja gesagt hast was total relevant ist am Anfang dass es immer darum geht dass die Menschen ein Leidendruck haben also dass sie unter unter ihrer Impulsivität, unter ihrer Hyperaktivität oder Hypo-Aktivität.
00:40:50: Oder unter den mangelnden Konzentrationsfähigkeit, dass sie darunter leiden und das quasi auch der Grund ist zu sagen so hey vielleicht muss ich mich mal diagnostizieren lassen?
00:41:00: Und dann geht es eigentlich darum im Umgang mit der ADHS dann zu sagen wie kann ich Strategien entwickeln die dazu führen, dass mein Leidensdruck verringert wird?
00:41:12: Also Strategien sind für mich so das A und O. Es nützt nichts, einfach nur ein Medikament zu nehmen und keine Strategien zu entwickeln.
00:41:20: Weil wenn das Medikamente abgesetzt wird dann...
00:41:24: Ich wollte gerade sagen warum nutzt es nicht?
00:41:26: Nur das Medikum zu nehmen?
00:41:27: weil...
00:41:29: Weil es nicht nachhaltig ist.
00:41:30: also dass medikament nützte einfach ihn.
00:41:32: dann wenn sie das medikamente nehmen und wenn das medicament nicht mehr nütze Oft, wenn dann vielleicht vier oder fünf Uhr am Abend ist.
00:41:40: Oder wenn sie es absetzen, nützt das nichts mehr.
00:41:44: und da, wenn Sie keine Strategien entwickeln haben, kommen Sie trotzdem nicht aus Leben?
00:41:50: Würdest du trotzdem sagen dass es sinnvoll ist Medikamente zu nehmen?
00:41:53: oder kann man auch einfach oder das Medikament dann entsprechend zu nehmen?
00:41:57: Oder kann man noch einfach sagen so hey ich entwickle einfach von mir aus Strategien und versuche mit Strategien durchs Leben zu kommen damit ich das medikamenten nicht brauche.
00:42:09: Nach meiner Erfahrung sind Menschen, die eine leichte ADIS haben, kommen sehr gut mit Strategien zurecht und brauchen nicht unbedingt eine Medikation.
00:42:19: Wenn sie auch nicht wahnsinnige Anforderungen an ihre Weiterbildung stellen.
00:42:24: das ist noch das andere Problem mit der Konzentration oder?
00:42:29: Mittel bis stark betroffene Menschen.
00:42:32: da habe ich die Erfahrung gemacht dass es oft überhaupt nur möglich ist mit einer Medikation, dass sie überhaupt Strategien entwickeln können.
00:42:41: Also oft kann man Menschen mit einer ADS gar nicht Strategie entwickeln weil Sie gar nicht den Kopf frei haben und das ist ja auch eine Reizfilterschwäche.
00:42:50: oder also das ist wie mit einem vollen Einkaufswagen durch die Mikro zu gehen und alles zu nehmen und sich nicht konzentrieren zu können.
00:42:59: was brauche ich eigentlich um Spaghetti zu kochen?
00:43:02: Weil es gibt so viele tolle Sachen Und alles muss eingepackt werden.
00:43:06: So, das ist doch dieses Bild von der Reizfilterschlechter?
00:43:18: Ja, fand ich jetzt aber spannend, dass du das noch mal gesagt hast mit dieser ReizFilter-Schwäche, dass das häufig auch noch dazukommt.
00:43:26: Okay also diese Mischung aus Medikation beziehungsweise eben je nachdem ob es eine stärkere oder schwächere Form ist dann quasi kombiniert mit Strategien.
00:43:36: Wir hatten gerade schon als Strategie sozusagen, sich Pläne zu machen und Dinge aufzuschreiben was zu tun ist.
00:43:42: Gibt es noch irgendwie ein oder zwei weitere klassische Strategien die du mit den Leuten gerne besprichst?
00:43:47: Vielleicht auch wenn's um Thema Arbeitsalltag oder ähnliches geht?
00:43:50: Ja beim ... also visualisieren ist etwas was ich immer wieder sage ob in der Schule oder auch im Arbeitsalltag sich wirklich auch Kerlchen machen um sich an gewisse Sachen zu erinnern auch.
00:44:04: Dann bei Projektsachen, bei Arbeiten an Projekten dann wirklich sich kleine Ziele setzen nicht einfach das große Ziel dieses Projekt muss fertig sein sondern das wirklich unterteilen in verschiedenen Schritten und dann jedes mal auch feiern wenn der eine Teilschritt gemacht ist.
00:44:21: ganz wichtig finde ich da ein kleines festzumachen aus für sich wenn wenn das Ziel erreicht ist also so diese Teitschritte ist etwas ganz Wichtiges egal in welches.
00:44:30: im Alter.
00:44:34: Ja, bei den Studierenden, sage ich immer, hört auf euch so viel Druck zu machen.
00:44:39: Es spielt keine Rolle, zwei Jahre länger zu studieren?
00:44:42: Das spielt es am Schluss keine Rolle!
00:44:45: Wann auch immer ich Mathematiker oder Mathematikerin werde.
00:44:49: Also das ist ... Visualisieren, ja, viel Sport machen.
00:44:54: Viel Sport machen... Oder – es gibt ja auch die, die nicht so sportlich sind – Musik zu machen Nützt ganz viel, kreativ zu sein und malen.
00:45:06: Einfach so rauszulassen, eine Alternative zu haben zum Arbeiten.
00:45:14: Du hast jetzt eben schon ganz viel erzählt.
00:45:18: Zum Endehin des Gesprächs überlasse ich immer meinen Gästinnen gerne noch kurz das Wort.
00:45:24: Und du hast quasi in dem Sinne die Gäste hier vor Ort aber auch die Leute, die im Nachhinein den Podcast hören Ja, ein oder zwei Dinge den Menschen mitgeben die uns vielleicht auch nachträglich hören.
00:45:40: Vielleicht eben du hast gerade schon über Strategien gesprochen.
00:45:43: Vielleicht so ein bisschen Tipps oder Gedanken.
00:45:46: wenn jetzt jemand denkt ah ja vielleicht die und die Merkmale treffen schon auf mich zu was mache ich denn jetzt damit?
00:45:56: Ich bin nicht diagnostiziert aber vielleicht leide ich auch ab und zu da drunter oder sowas.
00:46:00: also so erstes Abtasten Ist ADHS was für mich?
00:46:09: Oder trifft es irgendwie auf mich zu oder nicht.
00:46:11: Also gerade jetzt einmal dein Mikro mit deinen Gedanken, vielleicht schilfreiche Tipps für einen Menschen der irgendwie so sich damit gerade anfängt zu beschäftigen.
00:46:24: Ich rate gerne zu einem Gespräch mit jemandem, der wirklich da auch eine Ahnung hat.
00:46:29: Ich sage immer, ruft bei uns an der Hotline an und sprecht einfach mal mit uns ganz viel um zu sehen wie ist deine Abklärung sinnvoll?
00:46:39: Ist sie nicht sinnvoll?
00:46:41: ich glaube das ist sehr wichtig.
00:46:42: auch ich glaube alle von uns kennen Menschen mit einer AdS oder mit einer Reises.
00:46:47: ich glaube es ist auch gut einfach mit diesen Menschen zu sprechen und so meine Botschaft dann alle ob ads oder nicht ist.
00:46:55: auch jemand nimmt ganz vieles mit Humor unbedingt lacht auch über euren Fehler, über Gedanken die ihr euch macht oder eben nicht macht.
00:47:04: Das bringt wahnsinnig viel.
00:47:05: auch glaube ich das Leben ist Traurig genug.
00:47:09: Und mit oder ohne Diagnose, das ist so ... Ich glaube wirklich ja, ich sage auch den Eltern immer lacht mit euren Kindern.
00:47:18: es gibt so viele positive Eigenschaften die Menschen mit einer ADS haben.
00:47:23: also die Flexibilität ist ein wahnsinnig positives Ding dass Menschen mit der ADS habe dieses menschliche, dieses Mitfühlende.
00:47:35: Das muss viel mehr in den Fokus nicht das Defizit AdHF.
00:47:40: Ich
00:47:42: finde ein sehr schönes Abschließendes Wort, dass wir ... die positiven Dinge mehr in den Fokusrücken von dem, was Menschen auf dem Neurodiversitätsspektrum mitbringen.
00:47:54: Nicht nur ADHS sondern auch in den anderen Bereichen ASS und was sich da sonst noch so alles findet dass wir das positive an den Fokussetzen und nicht das Defizitäre oder das was vielleicht den Menschen Herausforderungen mit sich bringt.
00:48:11: Wie geht es dir jetzt, lieber Anita?
00:48:14: Es war dein erstes Podcastgespräch.
00:48:19: Ich bin wahnsinnig erreichtert und ich bin so froh, dass du so ein netter Gesprächspartner bist.
00:48:29: Sehr schön!
00:48:30: Ich freue mich auch.
00:48:31: Ich habe viel gelernt und bin sehr froh das du da warst.
00:48:35: Ja, sehr froh, dass wir hier so eine nette Runde hatten mit den Gästen die vor Ort waren und danke dir ganz herzlich fürs Gespräch.
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